11. Februar 2025

Musikrechte: Was 2025 wichtig ist

Musik bewegt, berührt und kann virale Reichweite schaffen. Doch für Marken kann sie in den sozialen Medien auch teuer werden, wenn rechtliche Vorgaben missachtet werden. Gerade Plattformen wie TikTok haben die Art, wie wir Musik in Content einbinden, revolutioniert – und dabei auch rechtliche Grauzonen geschaffen. Im 9:16 Podcast by WeCreate hat sich Magnus mit Yvonne Sill, Director Legal & Business Affairs bei Warner Chappell Deutschland und Wirtschaftsmediatorin, über die wichtigsten rechtlichen Aspekte rund um Musiknutzung in Social Media unterhalten. Hier sind die Key Takeaways.

Kommerzielle Nutzung von Musik: Was bedeutet das?

Ein entscheidender Faktor ist die kommerzielle Nutzung von Musik. Sobald ein Brand- oder Creator-Account Musik für Marketingzwecke einsetzt – sei es in einem Reel, einem TikTok oder einer Story –, sind Rechteinhaber (Musikverlage) ins Boot zu holen. Das betrifft:

  • Urheberpersönlichkeitsrechte: Die Songwriter und Musikschaffenden haben Rechte an ihren Werken.
  • Vervielfältigungsrechte: Es muss das Recht eingeholt werden Vervielfältigungsstücke eines Werks herzustellen.
  • Filmherstellungsrechte: Musik darf nicht ohne Zustimmung mit Videos verknüpft werden.
  • Masterrechte: Labels haben Rechte an den Originalaufnahmen.
  • Bearbeitungsrechte: Wer Musik verfremdet (z. B. durch Pitching oder Speed-Ups), benötigt eine gesonderte Erlaubnis.

TikTok Commercial Library: Warum reicht sie oft nicht aus?

Viele Marketer verlassen sich auf die TikTok Commercial Music Library – eine Sammlung lizenzierter Tracks. Doch diese beinhaltet keine aktuellen Hits oder virale Sounds. Wer wirklich von Musik mit Wiedererkennungswert profitieren will, muss eine Lizenz erwerben.

Fallstricke: Wenn Brands Musik falsch nutzen

Im Podcast wurden Beispiele besprochen, die veranschaulichen, wie schnell sich Unternehmen in problematische Situationen begeben:

  1. Der vermeintlich organische Brand-Post: Eine Rucksack-Marke postet ein Party-Video mit Flo Rida’s „Right Round“ – ohne Lizenz. Da das Video auf dem Brand-Kanal erscheint, ist es kommerzielle Nutzung und bedarf einer Genehmigung.
  2. Das gesponserte Influencer-Video: Eine Beauty-Influencerin nutzt in einem „Get Ready With Me“-Clip einen hochgepitchten Billie Eilish-Song. Auch wenn es sich nicht um die Originalversion handelt, ist die Verwendung ohne Lizenz unzulässig.

In beiden Fällen könnte eine Abmahnung samt Schadensersatzforderung folgen.

Welche Alternativen gibt es?

Für Unternehmen, die rechtliche Risiken vermeiden wollen, gibt es drei gangbare Wege:

  1. Lizenzierung von Musik: Direkt bei Verlagen oder Labels anfragen und die notwendigen Rechte erwerben.
  2. Production Music nutzen: Plattformen wie Epidemic Sound oder Artlist bieten rechtssichere Musik mit kommerziellen Nutzungsrechten.
  3. Eigene Musik oder KI-Musik? Hier ist Vorsicht geboten: KI-generierte Tracks können problematisch sein, wenn unklar ist, auf welchen urheberrechtlich geschützten Daten sie basieren.

Künstliche Intelligenz und Musik: Eine rechtliche Grauzone

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema ist die Nutzung von KI-generierter Musik. Tools wie Suno oder Udio können Musik im Stil bekannter Künstler erstellen. Doch die rechtliche Lage ist komplex:

  • Viele KI-Modelle wurden ohne Zustimmung mit urheberrechtlich geschützten Daten trainiert.
  • Nutzer erwerben meist keine klar definierten Rechte an den generierten Werken.
  • Persönlichkeitsrechte können verletzt werden, wenn KI Stimmen bekannter Künstler nachahmt.

Fazit: Erst klären, dann posten!

Für Brands und Creator gilt: Sobald Musik in einem kommerziellen Kontext genutzt wird, muss die Rechtslage geprüft werden. Besser vorher anfragen, als später Post von den Anwälten zu bekommen. Wer auf Production Music setzt, spart sich Kosten und Stress – und kann trotzdem mit gutem Sound arbeiten.

Bleib also smart beim Einsatz von Musik in Social Media! Und wenn du tiefer ins Thema eintauchen willst, hör dir die gesamte Podcast-Folge an.

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